Inhalt:

Natürlich behaupten alle Dichter von sich, am Kulturbetrieb vorbei zu schreiben, vor allem die mäßig begabten. Sie gefallen sich in der Pose des Unverstandenen, und im neuen Deutschland erfinden sich manche sogar Gegner, damit sie sagen können: Wir wollen Krusten aufsprengen. Dabei wissen sie genau, daß sich über Gelee keine Kruste bildet. Wo meine Gedichte nun einzuordnen sind, mag der Leser entscheiden, ich habe versucht, möglichst uneitel daherzukommen, und mag es germanistische Eierköpfe und Frankfurter Kulturmakler noch so befremden, daß ein Lyriker nicht für andere Lyrikspezialisten schreibt, wie es der Brauch verlangt, sondern für Leser, ich glaube, genau schreiben, auf dem Teppich nachvollziehbarer Lebenserfahrung bleiben, einfache Metaphern sprechen lassen, lakonisch, vielleicht auch witzig formulieren, heißt keineswegs, kunstlos vorzugehen. Es könnte doch gerade in solcher Art Schreiben für Leser eine besondere Alchemie sich zusammenbrauen, in der Alltag und Phantasie ungeschieden bleiben und die Kraft der Wörter belebend und würzend wirkt.


Informationen:

Gebrochen Deutsch. Gedichte.

Sassafras, Krefeld 1993

96 S.
ISBN 3-922690-47-5

Titelbild: Maria Lehnen

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